Vom Geburtstagsgeschenk zur Hobbybrauerei.
Acht Jahre, viele Sude, ein paar verschüttete Flaschen und eine ganze Menge Geduld. Aus einem Brauset im Keller ist eine Hobbybrauerei mit professionellem Anspruch geworden.
Ein Brauset zum 16. Geburtstag.
Mein Vater hat mir zum 16. Geburtstag ein einfaches Brauset geschenkt — ein paar Eimer, ein Thermometer, eine Hefepackung und eine Anleitung. Der erste Sud im Keller wurde, gelinde gesagt, kein Meisterwerk: zu süß, zu trüb, zu warm vergoren.
Aber irgendwas hat mich nicht losgelassen. Den zweiten Sud hab ich besser gemacht. Den dritten noch besser. Aus dem Geschenk wurde ein Hobby, aus dem Hobby in den folgenden Jahren etwas, das den Namen Hobbybrauerei ernsthaft verdient.
Beste Zutaten, alles in Handarbeit.
Aromahopfen aus der Hallertau, Bio-Malze aus regionalem Anbau, weiches Münchner Wasser, eigene Hefe-Stämme. Das Reinheitsgebot ist für mich nicht Marketing, sondern Selbstverständlichkeit. Mehr kommt nicht hinein.
Jeder Schritt — Maischen, Läutern, Würzekochen, Hopfengabe, Anstellen, Abfüllen — geht durch meine Hand. Kein Automatik-Sudwerk, keine Pumpen-Kaskaden. Dafür viel Zeit zum Reifen: zwei bis acht Wochen, je nach Bier. Schneller würde gehen. Besser nicht.
Was in acht Jahren passiert ist.
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2018
Das Brauset zum 16. Geburtstag
Vater schenkt mir ein einfaches Einsteiger-Set. Erster Sud im Keller — Helles, mehr ambitioniert als gelungen.
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2020
Eigene Rezeptur, eigener Stil
Nach zwei Jahren Versuche kommt das erste Helles, mit dem ich tatsächlich zufrieden bin. Drei weitere Sorten in Vorbereitung.
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2022
Investition in richtiges Equipment
Edelstahl-Sudkessel, Plattenkühler, eigene Gärschränke. Die Garage ist jetzt eine kleine Brauanlage.
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2024
Sechs Sorten finden ihre Form
Helles, Weißbier, Dunkles, Pils, Märzen, Bockbier — alle Rezepturen sind ausgereift, jede in mehreren Iterationen verfeinert.
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2026
Heute: ernsthafte Hobbybrauerei
Acht Jahre nach dem ersten Sud: kleine Mengen, große Sorgfalt, Verkostungen für Freunde und Bekannte.
Ich mach mir's nicht einfach.
Es gibt schnellere Wege, Bier zu brauen. Aroma-Extrakte, beschleunigte Reifung, fertige Würze aus dem Sack. Ich weiß das. Ich mach es trotzdem so, wie ich es seit Jahren mache — weil ich mir das Bier vorstelle, das im Glas stehen soll, und mich dann frage: Würde ich es selbst gerne trinken?
Das ist die Messlatte. Mehr braucht es nicht.